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Lassen Sie uns Engel werden!

Man könnte denken: Engel haben in einer aufgeklärten Gesellschaft keinen Platz mehr ‐ wir sind doch moderne Menschen. Und doch sind sie jedes Jahr wieder da.

Pünktlich zur Adventszeit erscheinen sie: mal modern, mal pausbäckig, mal aus Wachs oder aus Schokolade.

Sie füllen unsere Schaufenster und werden zu Themen von Bildungsabenden.

Wenn man genau hinsieht, sind Engel auch im ganzen Jahr sichtbar: auf Bildern, Postkarten, Webseiten. Und das, obwohl in der modernen Welt Engel eigentlich nicht mehr gebraucht werden.

Eigentlich schon seltsam: Während Gott im Interesse unserer Zeit in die Ferne zu rücken scheint oder sogar ganz vergessen wird, rücken seine Boten, die Engel immer wieder an uns heran.

Foto: Irena Carpaccio / unsplash.com

 

Engel überall

Ob Christen oder Mitmenschen, die das Christentum nicht mehr kennen oder aus ganz persönlichen Gründen nicht mehr kennen wollen, am Ende interessieren sich alle dann irgendwie doch für diese schwebenden Wesen zwischen Himmel und Erde.

Immer wieder finden sich zum Beispiel auf den Nachttischen von Patientinnen und Patienten in unseren Einrichtungen Engel jeder Art.

Was weckt dieses Interesse? Sind es die Flügel, die das Gefühl geben, über den Alltag hinausgetragen werden zu können? Oder ist es die Suche nach Geborgenheit und Hilfe? Oder gar der Wunsch, die Realität der durchschaubaren Welt zu überschreiten und ein Stück von dem zu sehen, was vielleicht dahinterstecken könnte?

Ist es die Sehnsucht nach einer ganz anderen Welt, die weiter ist, größer als unsere und aufatmen lässt?

 

Engel der Weihnachtsgeschichte

„Fürchtet euch nicht“ ‐ das ist das erste Wort, das der Engel zu den Hirten sagt. Nicht durch eigene Kraftanstrengung oder durch Selbstbeschwichtigung kommen die Hirten wieder zu sich. Nein, es muss ihnen gesagt werden:

„Fürchtet euch nicht.“

Gott will einen angstfreien Raum schaffen, in den er hineingeboren wird. Auch und gerade bei uns in unseren Krankenhäusern und Einrichtungen.

Wo Gott mit seiner Botschaft Platz findet, da haben Angst und Furcht keine Berechtigung mehr. Auch im Miteinander und in der Sorge um die Menschen, die sich uns anvertrauen.

Und der Engel sagt weiter: „Heute ist euch der Heiland geboren.“

Das ist die Mitte der Weihnachtsbotschaft auch für uns. Das können wir Menschen uns nicht selbst sagen, nicht selbst erfinden, sondern das muss uns geschenkt werden. Gott bleibt Gott und wird doch ganz Mensch.

Mit anderen Worten: Gott steckt in unserer Haut. Er durchbricht den üblichen Lauf der Dinge. Er wird Mensch, wird einer von uns. Er weiß um uns, kennt unser Hoffen, unsere Leiden und Leidenschaften.

Gott steckt in unserer Haut: Das ist Weihnachten.

Foto: James Coleman / unsplash.com

 

Wir alle können Engel sein!

Gerade in unseren Einrichtungen haben wir viele Gelegenheiten, solche Boten füreinander und untereinander zu sein ‐ und für unsere Patientinnen und Patienten.

Diese Botschaft braucht Menschen wie uns. Menschen, die für einen angstfreien Raum sorgen, durch menschliche Zuwendung. Menschen, die wie Gott bereit sind, in der Haut des anderen zu stecken und mit ihnen zu hoffen und zu lieben. Menschen, die den Mut und die innere Freiheit haben, andere und sich selbst zu loben. Wenn wir uns gegenseitig unterstützen, sind wir alle Engel, können über das Alltägliche hinausgehen.

Dann ist Weihnachten.

Wenige Tage nach dem bevorstehenden Weihnachtsfest wird auch das Jahr 2019 zu Ende gehen und damit ein bewegtes Jahrzehnt, nicht nur für unsere Einrichtungen im Elisabeth Vinzenz Verbund.

Es war gefüllt mit vielen Ereignissen, mit guten und teilweise mit schwierigen, die es uns nicht immer leichtgemacht haben, unseren Auftrag im Vermächtnis der Heiligen Elisabeth von Thüringen und des Heiligen Vinzenz von Paul zu erfüllen.

Wir stehen vor Herausforderungen

Dennoch können wir auf viele Erfolge unserer Arbeit schauen, nicht nur nach innen, sondern auch nach außen. Dazu gehört sicher das Zusammenwachsen der Häuser in unserem Verbund – und dies trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Gesundheitssektor. Gerade diese Herausforderungen bestärken uns darin, als Verbund noch stärker unsere verbindenden Möglichkeiten zu nutzen und uns zusammen der Zukunft anzunehmen und sie zu gestalten. Dabei lernen wir täglich in der Arbeit aller EVV‐Einrichtungen von‐ und miteinander, menschlich wie fachlich.

Nehmen wir diesen Schwung mit ins neue Jahr 2020, um weiter an einem starken Verbund zu bauen und den Weg der Vernetzung untereinander weiter zu gehen. Dabei können wir weiter voneinander lernen, auch in der Begegnung miteinander!

Wir wünschen Ihnen, dass Sie in den Tagen von Weihnachten, auch wenn Sie sich an den Feiertagen in Ihrer Einrichtung dem Dienst am Menschen widmen, Zeiten der Ruhe und Besinnlichkeit finden, um dankbar auf die vergangenen Monate zurückblicken zu können. Vielleich können unsere weihnachtlichen Gedanken Ihnen dabei eine Hilfe sein.

Danke!

Und wir sagen „Danke“ ‐ für Ihre Unterstützung, für Ihre Geduld und für das Miteinander auf den gemeinsamen Wegen in diesem Jahr. Lassen Sie uns in Zuversicht und aktiv die Herausforderungen, die uns das neue Jahr bringen wird, annehmen und gestalten.

Ein starker Verbund, der regional in den EVV‐Einrichtungen gelebt wird, hat sich dabei als gut und richtig erwiesen. Schaffen wir gemeinsame Räume, begegnen wir einander und den Menschen, die sich uns anvertrauen und begegnen wir einander in Würde. Dazu ruft uns die weihnachtliche Botschaft auf.

Darin liegt auch die gemeinsame Basis für unser christliche Selbstverständnis, hilfsbedürftige Menschen medizinisch und pflegerisch bestmöglich zu versorgen.

Wir wünschen Ihnen und allen, denen Sie sich herzlich verbunden fühlen, ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest und für das kommende Jahr alles Gute, Gesundheit, Freude, Zuversicht und Gottes Segen. Lassen Sie uns gemeinsam dem Zuruf des Engels auf dem Feld von Bethlehem trauen: „Fürchte Dich nicht“.

Ihre Geschäftsführung des Elisabeth Vinzenz Verbundes

Foto: Roberto Catarinicchia / unsplash.com