Schwerpunkt Allgemein, Christliches Profil
Gott zu den Menschen bringen

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!
Am 27. September begehen wir das Fest des hl. Vinzenz von Paul. Aus diesem Anlass möchte ich ein paar Gedanken mit Ihnen teilen.
Vor einigen Wochen haben wir uns der Flutkatastrophe im Ahrtal vor fünf Jahren erinnert. Viele Menschen haben damals ihr Leben verloren, andere ihre gesamte Existenz. Der Pfarrer Jörg Meyrer aus Ahrweiler hat mich in dieser Erinnerung mit einem Gedanken tief getroffen, in dem er seine Erfahrungen als Christ in der Katastrophe beschreibt: „Bis dahin gab es vertraute Gebetszeiten. Bis dahin gab es die in Predigten immer wieder neu formulierte Einladung, zu Gott zu gehen, der uns nahe sein will und nahekommt. In der Katastrophe war das weg. Gott als nah erfahren, das ging nicht mehr so wie zuvor. Dieses Verlieren galt es auszuhalten. Bis etwas Neues wurde. Und Gott kam – in Menschen. In den Helferinnen und Helfern, die uns zur Seite standen, mit immer neuer Energie, mit immer neuen Ideen, mit immer neuer Kraft.“
In dieser Erfahrung von Jörg Meyrer begegnet mir etwas vom Feuer des vinzentinischen Ursprungs, wenn Vinzenz schreibt: „Lasst uns Gott lieben, aber mit der Kraft unserer Arme und im Schweiße unseres Angesichts!“ Die Herausforderung im vinzentinischen Charisma sehe ich darin, nicht im privaten Bereich der Gottesbeziehung mit Gebet und Gottesdienst stehenzubleiben, so wesentlich das auch für mich und viele von uns ist. Vielmehr gilt es, durch unser Handeln Gott in seiner Liebe für die Menschen erfahrbar zu machen; Gott zu den Menschen bringen. Es ist nicht wichtig, Gott zu verstehen oder sich im Glauben sicher zu fühlen. Vinzenz von Paul lehrt mich mit seinem offenen Blick auf die Menschen, nicht wegzusehen und zuzupacken, wo mein Handeln gefragt ist.
Genau das tun viele von Ihnen täglich in Ihrem Dienst, an Ihrem Arbeitsplatz und sicher auch im privaten Umfeld. Das macht Ihre Dienstgemeinschaft wertvoll für Sie und die vielen, für die Sie da sind. Dafür danke ich Ihnen!
Ich wünsche Ihnen in unseren Einrichtungen viel Fantasie und Kreativität in Ihren kleinen und großen Aufgaben!
In herzlicher Verbundenheit grüßt Sie
Schwester M. Teresa Slaby
Generaloberin der Kongregation der Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Hildesheim



