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Licht an!

Sicher, wir werden noch viele sonnige Herbsttage haben. Aber es ist nicht zu übersehen, dass die Schatten länger und die Tage kürzer werden. Ein Übermaß an Dunkelheit tut uns nicht so gut. Manche reagieren da empfindlicher.

Und es gibt innere Dunkelheiten, die sich mit den jahreszeitlichen gern verbünden.

Ab einem bestimmten Moment an kann man sich dann auf die Adventszeit freuen: mit Kerzenlicht und Gemütlichkeit. Das aber ist noch relativ lange hin. Unser Kirchenjahr macht beizeiten das Licht an. Auf seine Weise.

Die „Engelfeste“ (29.9. Michaelis/ev. bzw. Fest der Erzengel/kath., 2.10. Schutzengelfest/kath.) würde man sicher nicht gleich „in diesem Lichte“ sehen.

Zumal Engel gern zwischen Kitsch und theologischem „No go“ rangieren.

Foto: unsplash.com/Jan Huber

Aber es geht um viel mehr: Das Gott uns Klarheit, Erhellung, Gesundheit und Bewahrung schenken möchte. Das er eine Botschaft für uns hat, die grundsätzlich gut und hell ist.

Das Erntedankfest lebt vordergründig vom Goldglanz unserer Errungenschaften und Erzeugnisse. Und warnt gleichzeitig vor deren Vergänglichkeit. Mit dem Hinweis auf das, was nicht vergeht, was ewig Bestand hat und uns doch auch hell aus der Zukunft entgegenkommt, wirft das Erntedankfest ein ganz anderes Licht auf unsere täglichen Mühen.

Selbst das Reformationsfest (31.10./ev.) stellt unser kirchliches Bemühen immer wieder in das Licht Christi.

Das Ende des Kirchenjahres würde man sicher auch nicht gleich mit Licht in Verbindung bringen. Es sind ja „Friedhofsthemen“. Aber erzählen nicht die „leuchtende Schar der Zeugen“ (1.11. Allerheiligen/kath.) und die Lichter auf den Gräbern (2.11. Allerseelen/kath.) davon, dass Tod und Dunkelheiten nicht das letzte Wort haben?

Das Martinsfest (11.11./ökumenisch begangen) kündet mit seinen Laternen davon, dass unser Alltag durch Teilen etwas heller und wärmer wird.

Und der Ewigkeitssonntag (ev.) bzw. das Christkönigsfest (kath.) beschließen das alte Kirchenjahr und lassen ein Künftiges außerhalb unserer Kalender aufleuchten.

Um all diese Feste dürfen wir nicht nur wissen, wir dürfen sie feiern. Wir dürfen gegen die Dunkelheit an-feiern. Und das mit all unseren Sinnen. Also: Licht an!

 

Ein Beitrag von Volker Babucke, Diakon (Dresden)

Foto Beitragsbild: unsplash.com/Sebastian Kanczok