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Seelsorgetagung in Hildesheim: Ressourcen entdecken und stärken

Unter der Überschrift „Ressourcenorientierte Seelsorge“ trafen sich Seelsorgerinnen und Seelsorger aus nahezu allen Kliniken und Krankenhäusern des EVV zu ihrer diesjährigen Tagung in Hildesheim.

Kraftquellen entdecken – ein Studientag mit Tiefgang

Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Studientag mit Brita Bartels, Supervisorin und Krankenhausseelsorgerin aus Greifswald. Mit dem Ansatz der ressourcenorientierten Seelsorge eröffnete sie den Teilnehmenden neue Perspektiven auf die eigene Praxis.

Zunächst formulierten die Teilnehmenden jeder für sich eigene Fragestellungen, für die sie eine Lösung suchten. Eine besondere Rolle bei der Zielfindung spielte dabei die intuitive Auswahl eines passenden Bildes. Zusammen mit der Resonanz der Kleingruppen wurden es zur Brücke hin zu inneren Quellen.

Am Nachmittag wurde der Blick geweitet: Wie lassen sich Bilder als innere Bilder auch im Seelsorgegespräch fruchtbar machen? Wie können sie dem Gegenüber helfen, eigene Kraftquellen zu entdecken?

Am Ende stand eine Erfahrung, die zugleich die Grundannahme dieses Ansatzes beschreibt:

„In jeder Person und Situation sind Kraftquellen vorhanden, die es zu entdecken und wie (verborgene) Schätze zu heben gilt.“

Einblicke in ein Haus im Wandel

Der erste Abend führte die Gruppe in das St. Bernward-Krankenhaus. Dort entsteht gerade inmitten Jahrhunderte alter Gebäude ein moderner Neubau. Die Geschäftsführerin nahm die Teilnehmenden mit bis auf die zukünftige Dachterrasse der neuen Palliativstation – und begeisterte mit ihrer spürbaren Freude an einem Projekt, das die traditionsreiche Versorgung von Patientinnen und Patienten zukunftsweisend weiterentwickelt.

Kulturelles Erbe lebendig vermittelt

Ein besonderes Highlight war die Führung durch den Hildesheimer Dom mit Nikolaus Schwerdtfeger Bongartz.

Mit großer Anschaulichkeit erschloss er der Gruppe die Bedeutung der UNESCO-Welterbe-Objekte: bronzenen Bernwardstür, der beiden Ringleuchter aus dem 11. Jahrhundert und des Taufbeckens aus dem 13. Jahrhundert. Es war ein eindrückliches kulturelles Bildungserlebnis, das lange nachwirkt.

Stärkung, Vernetzung und gemeinsamer Auftrag

Die jährlichen Seelsorgetreffen dienen der fachlichen Weiterentwicklung, der Vernetzung und der geistlichen Stärkung. Auch in diesem Jahr wurde spürbar, wie wertvoll diese gemeinsamen Tage für den Dienst im Klinikalltag sind.

Mit vielen Impulsen im Gepäck kehren die Teilnehmenden in ihre Häuser zurück – verbunden mit der Hoffnung, dass der Geist dieser Tagung weiterwirkt:

Dass Menschen in der Seelsorge erfahren, wie sie ihre eigenen Quellen entdecken und nutzen können.

 

Text: Frauke Rörden
Pastorin – Supervisorin und Coach DGSv
Beauftragte für digitale Zugänge zur Krankenhausseelsorge/Online-Seelsorge im KKVHH
Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift

Foto: Carola Halver, Elisabeth Vinzenz Institut

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