Schwerpunkt Allgemein, Zusammenwachsen

kleines haus GANZ GROSS: St. Martini in Duderstadt

Wie wohnortnahe Versorgung im ländlichen Raum medizinisch und pflegerisch gut funktioniert und dabei wirtschaftlich ist, zeigt das St. Martini Krankenhaus Duderstadt.

Drei Fragen an Markus Kohlstedde, den Geschäftsführer des St. Martini Krankenhauses. Das 140-Betten-Haus zählt zu den kleineren Krankenhäusern im EVV. Als Stützpfeiler der medizinischen Versorgung im Eichsfeld, als Altenpflegeheim und als Ausbildungsstätte für den Pflegenachwuchs, erfüllt es zentrale Aufgaben innerhalb der Region.

 

Medizinischer Partner vor Ort

EVV: Herr Kohlstedde, die Bedingungen von kleineren Krankenhäusern auf dem Land sind schwieriger geworden. Worin sehen Sie besondere Herausforderungen für Ihr Haus?
Markus Kohlstedde:
Wir haben den klaren Auftrag der medizinischen Versorgung in und um Duderstadt. Und wir beweisen im St. Martini Krankenhaus jeden Tag aus Neue, dass kleine Krankenhäuser ihre Berechtigung haben.

Wir halten eine Vielzahl kleinerer Abteilungen vor, die von der Bevölkerung nachgefragt werden. Unsere medizinischen Schwerpunkte liegen im Bereich der Allgemein- und Viszeralchirurgie, der Unfallchirurgie und Orthopädie sowie der Inneren Medizin.

Zudem haben wir eine Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, eine Gynäkologie und den ambulanten Palliativdienst Eichsfeld.

Unsere Herausforderung besteht tagtäglich darin, als Partner unserer Patientinnen und Patienten die bestmögliche medizinische Versorgung zu gewährleisten. Und das auf qualitativ hohem Niveau.

 

Vernetzung medizinischer Abteilungen

EVV: Und wie wollen Sie Ihren Versorgungsauftrag zukünftig wirtschaftlich und personell gewährleisten?
Markus Kohlstedde:
Wir stellen uns für zukünftige Herausforderungen auf. Wir modernisieren St. Martini in den kommenden fünf Jahren mit einem Investitionsvolumen von 34 Mio. Euro.

Unser Konzept und die Fürsprecher aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft haben das Land überzeugt, die Fördermittel in zwei Schritten bereitzustellen. Zunächst ist ein Antrag in Höhe von 22 Mio. € förderfähigen und 5 Mio.€ Eigenmittel sind geplant.

Mit den Baumaßnahmen erreichen wir eine funktionale Fokussierung und Zentralisierung mit einer interdisziplinären Funktions- und Behandlungsebene im Erdgeschoss, fachdisziplinübergreifenden Stationen in den Obergeschossen und einem OP-Bereich als eigenständigen Baukörper.

Die Wege werden für die Patienten intuitiver und damit serviceorientierter und stressfreier. Unsere Mitarbeitenden können durch optimierte Wege gleichzeitig ihre Ressourcen effizienter nutzen und gewinnen dadurch mehr Zeit für die Patienten.

Unser Ziel ist es, ein abgestimmtes Leistungspaket für unsere Patienten anbieten zu können. Den Menschen, den Patienten ganzheitlich zu betrachten – das setzen wir auch durch die zunehmende Vernetzung unserer medizinischen Abteilungen um.

Ein Beispiel: Das Eichsfeld ist vom demografischen Wandel besonders stark betroffen. Deshalb beziehen wir schon frühzeitig geriatrische Kompetenz in den Behandlungsprozess mit ein – mit gemeinsamen Visiten und regelmäßigen geriatrischen Konsilen erhalten Patienten so schnell die Hilfe, die im Ergebnis ein Plus an Selbstbestimmtheit und Lebensqualität ermöglicht und im Extremfall sogar Leben rettet.

Zu unserem Konzept gehört auch die enge Zusammenarbeit mit unseren Zuweisern. Wir arbeiten hier beständig an einer besseren Vernetzung.

Insgesamt bieten wir hier eine gute regionale Gesundheitsversorgung in Verbindung mit einer Kooperation zur Universitätsmedizin. Als akademisches Lehrkrankenhaus der Georg-August-Universität Göttingen können wir bei Komplexerkrankungen jederzeit an externe Experten verweisen.

Auf der personellen Seite sind wir gut aufgestellt. Da wir akademisches Lehrkrankenhaus geht uns der Nachwuchs an Medizinern so schnell nicht aus.

Zudem haben wir das Glück, in einer lebenswerten Region zu leben, die Familien anzieht. Das Eichsfeld ist eine ganz besondere Ecke. Und über unsere Gesundheits- und Krankenpflegeschule sorgen wir für den eigenen Nachwuchs im Haus.

 

kleines Haus GANZ GROSS

EVV: Herr Kohlstedde, was macht das St. Martini-Krankenhaus in Ihren Augen „besonders“?
Markus Kohlstedde:
Unser Krankenhaus wurde bereits im Jahr 1347 erstmalig urkundlich erwähnt. Wir sind hier wirklich fest verankert in der Stadt und nehmen unsere Aufgaben ernst – sei es als Gesundheitsversorger, sei es als Ausbildungsbetrieb oder als Arbeitgeber.

Nicht zuletzt sind wir hier ein wirklich motiviertes Team mit hoher Identifikation und Initiative für unser Haus.

Ich persönlich bin der festen Ansicht, dass kleine Krankenhäuser ihre Berechtigung haben. Gerade solche, wie das St. Martini Krankenhaus Duderstadt.

Die Fragen stellte André Schmincke, Leiter Unternehmenskommunikation und Marketing.

 

Markus Kohlstedde, Geschäftsführer des St. Martini Krankenhauses Duderstadt, im Gespräch mit der EVV-UKM.

 

Vor der hauseigenen Kapelle des Krankenhauses: Dr. Sven U. Langner (Verbundgeschäftsführer EVV), Markus Kohlstedde (Geschäftsführer St. Martini Krankenhaus) und Olaf Klok (Verbundgeschäftsführer EVV).

Fotos: EVV