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Erste zertifizierte ZNA in Hannover? Vinzenzkrankenhaus!

Schockraum, Röntgen, Pflegeteam, Arztbereitschaft – die zentrale Notaufnahme (ZNA) des Vinzenzkrankenhauses wurde als erste in Hannover zertifiziert,
und zwar von der Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA), deren Auditorin aus der ZNA eines Maximalkrankenhauses kommt, sowie einem Chirurgen der Zertifizierungsgesellschaft Diocert.

22.000 Notfälle im Jahr

Von über 40.000 Patienten, die jährlich im Vinzenz behandelt werden, kommen mehr als die Hälfte als Notfälle ins Krankenhaus.

Das zeigt die immense Bedeutung der zentralen Notaufnahme.

In der ZNA werden Notfälle aller sechs im Haus vorhandenen Fachabteilungen interdisziplinär versorgt.

Ärztliche und pflegerische Leitung tauschen sich regelmäßig aus und sind mit dem Belegungsmanagement eng verzahnt.

Dr. Jens Albrecht, ärztlicher Direktor und Chefarzt der Notaufnahme: „Wir arbeiten unglaublich gut über alle Fachrichtungen und Tätigkeitsbereiche hinweg zusammen.

Alle sind vor Ort, die Zuordnung ist klar, sodass alles wie Zahnräder ineinandergreift.

Das macht unsere Qualität aus.“

Mit dieser Überzeugung hat das Vinzenz seine Notaufnahme zertifizieren lassen.

Das bedeutet, dass eine unabhängige Kommission nach festgelegten Kriterien ein Audit durchführt, bei dem personelle, strukturelle sowie technische Voraussetzungen geprüft und Abläufe, Standards, Zuständigkeiten und Kommunikationswege hinterfragt werden.

Audits machen Arbeit

„Die Zertifizierung der ZNA war eine Herausforderung für das Team, die Anforderung für alle Schnittstellen umfangreich“, erzählt Rafaella Pichiri, pflegerische Teamleiterin.

Die Zertifizierung war der Wegweiser, um Standards zu beleuchten und zu optimieren, und eine Chance, die Qualität der ZNA darzustellen und unabhängig prüfen zu lassen.

Die ZNA des Vinzenz

Die zentrale Notaufnahme befindet sich seit 2013 im Erdgeschoss des Funktionsgebäudes mit innen liegenden, zur Eingangshalle gewandten Räumen.

Eine großzügige separate Zufahrt wurde von Rettungskräften und der Feuerwehr konzipiert.

Patienten gelangen aber auch über den Haupteingang zur ZNA.

Sie verfügt über sechs Untersuchungs-und Behandlungsräume. Patienten können zentral am Stützpunkt der ZNA per Monitoring überwacht werden.

Die größeren Räume sind primär für internistische Patienten vorgesehen, da diese häufiger per Trage von Sanitätern gebracht und im Anschluss noch stationär aufgenommen werden.

Es existiert ein von der Berufsgenossenschaft zugelassener Schockraum mit Nebenräumen.

Zentral befindet sich ein großzügiger Aufnahmetresen, daneben gleich ein Wartezimmer.

IVENA und MTS

In der Notaufnahme werden ausschließlich Notfallpatienten behandelt. Dazu nimmt das Vinzenzkrankenhaus am interdisziplinären Versorgungsnachweis IVENA teil.

Über IVENA werden Kapazitäten teilnehmender Krankenhäuser mit der Rettungsleitstelle der Feuerwehr Hannover digital in Echtzeit ausgetauscht.

Nach dem Einlesen der Versichertenkarte erfolgt eine Ersteinschätzung durch Pflegekräfte nach dem Manchester-Triage-System, kurz MTS: Anhand von fünf Kriterien wie Lebensbedrohung, Schmerz oder Bewusstseinsstatus werden Behandlungsdringlichkeit und Fachabteilung ermittelt.

Abhängig vom Triage-Ergebnis veranlasst der behandelnde Arzt nach der Anamnese und Erstdiagnostik die weitere Diagnostik.

Gut versorgt

Es ist ständig ein Team aus Arzt und Pflegekraft beim Patienten.

Schon sechzig Prozent unserer ZNA-Pflegekräfte sind in der Notfallpflege weitergebildet und damit den gesetzlichen Verpflichtungen voraus.

In der Regelarbeitszeit sind immer ein Chirurg und ein Internist anwesend, außerhalb der Regelarbeitszeit werden sie beim Eintreffen eines Patienten gerufen.

Weitere Disziplinen kommen bei Bedarf hinzu.

Außerhalb der Regelarbeitszeiten ist jederzeit ein Chef- oder Oberarzt in Rufbereitschaft, um bei unklaren Krankheitsbildern sowie Fragestellungen helfen zu können und bei Bedarf ins Haus zu kommen.

Der Schockraum, in dem eine Narkoseeinheit steht und eine Röntgenuntersuchung möglich ist, kann für Notfallpatienten genutzt werden.

Die meisten vital bedrohten Patienten werden jedoch unmittelbar vom Rettungsdienst auf die Intensivstation oder ins Herzkatheterlabor gebracht.

Lob und Anerkennung

Zur Erstzertifizierung war die Anspannung beim Team, in dem auch aus jeder Klinik ein Arzt vertreten war, spürbar.

Zusammen mit dem Qualitätsmanagement hatte es sich intensiv vorbereitet, stand Rede und Antwort.

Am Ende des langen Audittages war die Freude groß. Mittlerweile liegt der Auditbericht vor und das Zertifikat hängt an der Wand.

„Die Zertifizierung ist für alle Mitarbeiter eine große Anerkennung.

Ihr Engagement wurde belohnt.

Ebenso ist es ein hervorragendes Instrument, um die hohe Qualität der Patientenversorgung aufrechtzuerhalten und stets neuen Gegebenheiten anzupassen“, sagt Rafaella Pichiri.

Auch für die Außenwirkung bei Rettungsdiensten und Patienten zeigte die Zertifizierung Wirkung.

Es gab viel Lob. „Patienten nennen die Sicherheit, hier kompetent versorgt zu sein“, so Pichiri.

Sie hält eine Zertifizierung für absolut sinnvoll. „Unsere Abteilung kann das empfehlen“, resümiert Natalie Willems, die den Prozess begleitet hat.

Das Auditorenteam wird bis zur Rezertifizierung in drei Jahren einmal jährlich ein Überwachungsaudit durchführen, um zu überprüfen, ob geeignete Maßnahmen aus seinen Empfehlungen abgeleitet wurden.

So ist eine dauerhafte Überprüfung gewährleistet.

 

Beitrag aus dem Krankenhaus-Magazin DAS VINZENZ; Ulrike Wiedemann, Leiterin Unternehmenskommunikation Vinzenzkrankenhaus Hannover

Fotos: Roman Pawlowski

 

WANN MUSS ICH IN DIE NOTAUFNAHME?

Eine Grundregel lautet: Bei allen Beschwerden, mit denen man zu seinem Hausarzt gehen würde, gehört man – wenn dieser zum Beispiel am Wochenende oder abends geschlossen hat – in eine Bereitschaftspraxis. Diese Praxen sind bundesweit unter der Telefonnummer 116 117 erreichbar.

Typische Fälle für den Bereitschaftsdienst sind banale Infektionskrankheiten mit Fieber, akute Rückenschmerzen, Bauchschmerzen oder Harnwegsinfekte sowie bereits bestehende Beschwerden, die in ambulanter Abklärung sind.

Symptome, bei denen Sie auf alle Fälle 112 rufen oder den Patienten in die Notaufnahme bringen müssen, sind:

  • heftige Brustschmerzen
  • akute Luftnot
  • akuter Schlaganfall
  • schwere Verletzungen nach Unfällen mit Knochenbrüchen
  • Bewusstlosigkeit
  • epileptische Anfälle